Internet und IT

Thunderbird mark as readIch lese meine Emails mit Mozilla Thunderbird. Die Oberfläche für Linux Systeme ist nicht identisch mit der für Windows. Zum einen fällt das auf, wenn man die Einstellungen sucht, die sind bei den Linux Versionen nämlich unter 'Bearbeiten'. Wie auch immer. Ich habe die 'Pane' Ansicht bei mir aktiviert, d.h. ich markiere eine Mail und sie wird unten in einem halben Fenster (Pane) angezeigt. Ich finde diese Ansicht einfach praktischer als eine Mail per Doppelklick zu öffnen um sie zu lesen.

Das Problem dabei ist aber, dass eine Mail dann automatisch als gelesen markiert wird. Eigentlich nicht weiter schlimm, weil ich sie ja auch gelesen habe. Was mich aber stört ist, dass wenn ich eine Mail lösche, die nächste Nachricht markiert und angezeigt wird, sodass auch diese gelesen ist, obwohl ich das eventuell gar nicht wollte. Meine bisherige Lösung war die Nachricht wieder als ungelesen zu makrieren.

Allerdings gibt es dafür eine Einstellung in Thunderbird.

Anleitungen dazu habe ich gefunden, z.B. hier. Aber die sind offensichtlich für Windows, weil ich unter 'Erweitert' keine weiteren Registerkarten habe, und somit auch keine 'Lesen und Ansicht' Optionen.

 

Die Lösung unter Ubuntu, Thunderbird 52.3.0 (64-Bit) sieht so aus:

Bearbeiten -> Einstellungen -> Erweitert -> Konfiguration bearbeiten

 

Den Dialog muss man mit 'Ich bin mir der Gefahren bewusst' bestätigen. Dann das Feld 'mailnews.mark_message_read.auto' auf false setzen.

Alternativ kann man auch die Einstellung auf 5 Sekunden nach öffnen setzen, dazu 'mailnews.mark_message_read.delay' auf true setzen.

Diese Zeit kann man über 'mailnews.mark_message_read.delay.interval' in Sekunden konfigurieren

 

Das Telefon startet nicht mehr

Letztens ist es meiner Frau passiert, dass ihr Mobiltelefon nicht mehr starten wollte. Unzählige Versuche mit Akku raus und wieder rein brachten keinen Erfolg. Und nun hatte ich das Ding an der Backe. Aber ist ja kein Problem, es ist ja ein Recovery (TWRP) gesflasht... Oh aber das letzte Backup ist von letzem Jahr und anhand des Datum konnte ich feststellen, dass es das Backup ist, das ich nach dem flashen des neuen ROMs gemacht habe. Also die bittere Wahrheit ist meine Frau muss ihr Telefon erneut einrichten. Das ist auch alles kein Problem und geht ja ganz schnell von der Hand.

Aber halt, da gibt es doch dieses eine Spiel, bei dem man schon so unglaublich weit ist, dass seine Daten aber noch nicht in der Cloud speichert, sondern auf dem Telefon und nun muss man das ja irgendwie wieder herstellen können.

 

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich nicht weiß warum das dämliche Ding nicht starten wollte. Ich schätze es gab ein Problem in der Systempartition. Wie dem auch sei, erstmal ein Backup vom kaputten Zustand erstellt, man weiß ja nie was kommt. Dann das quasi frische System installiert und geschaut ob es bootet und das hat es auch problemlos.

Jetzt gehts also daran, die Daten dieser einen App zu rekonstruieren.

 

Daten einer App sichern

Da ich das Telefon zum Laden auch gleich am PC hatte, konnte ich recht schnell feststellen, dass mir sich das Handy im Recovery meldet und sowohl das Dateisystem des internen Speichers als auch der SD-Karte dem PC zur Verfügung stellt. Blöderweise aber nicht die Systempartition auf der /data eingehangen ist. In /data sind die privaten App-Daten gespeichert. Also muss man da ran kommen.

Zeitgleich stellt TWRP aber auch ein Android Devcie im Sinne von man kann mit adb darauf zugreifen bereit.

 

chrimbo@calypso:~$ adb shell

 

Damit kann man sich ein bischen im Dateisystem umsehen. Der Pfad der App-Daten ist in meinem Beispiel:

/data/user/0/com.blabla/gamename

Die Sicherung erfolgt also über

chrimbo@calypso:~$ adb pull /data/user/0/com.blabla/gamename ./

Die Daten von der SD-Karte hab ich natürlich auch gleich kopiert, man weiß ja nie.

 

Daten zurückspielen

Nachdem wieder das lauffähige System geflasht wurde, können die Daten ebenso einfach mit adb zurückgespielt werden.

chrimbo@calypso:~$ adb push gamename /data/user/0/com.blabla/

(Wir befinden uns immer noch im Recovery, das System wurde zwischenzeitlich nicht gebootet.

 

Nach einem Neustart war das Spiel / die App wieder im gleichen Zustand wie vor dem GAU.

 

Wohlgemerkt, ich bin mir ziemlich sicher, dass man auch das Backup am PC mounten kann und so an die Daten kommt, aber das habe ich nicht probiert.

Einleitung

Ich hatte mir vor einiger Zeit ein NAS von Buffalo (die Linkstation LS-CHL-V2) mit einer 1TB Festplatte gekauft. Damals hatte ich sofort das fehlende NFS  bemerkt und auch eine Möglichkeit gefunden dies nachträglich zu installieren. So konnte ich meine Daten vom PC zum NAS mittels Unison synchronisieren indem ich das NFS auf meinem Ubuntu Rechner gemountet habe. Der Linkstation fehlten allerdings weitere für mich unabdingbare Sachen weshalb ich mir ein neues zugelegt habe. Das BuffaloNas habe ich zurückgesetzt, die neuste Firmware aufgespielt und bei meinen Eltern untergebracht. Und nun schlägt sich mein Papa mit der Synchronisation herum, weshalb ich nach einer Lösung gesucht habe.

 

Um NFS zu installieren braucht man ssh Zugang und um diesen zu aktivieren benötigt man telnet Zugang. Blöderweise hat die neue Firmware den telnet Zugang gesperrt sodass man weder ssh aktivieren noch NFS installieren kann. Es gibt allerdings immernoch die Möglichkeit die alternative Firmware aufzuspielen bei der dann NFS wieder funktionieren würde (natürlich neben ssh Zugriff).

 

Synchronisierung über Windows Dateifreigabe

Die Windowsdateifreigabe die die Linkstation bereitstellt funktioniert zwar auch unter Linux gut, aber sie sorgt immer wieder für Probleme mit diversen Sync-Tools. Ich dachte eigentlich das würde ganz gut funktionieren bis mein Papa mir erzählte dass da immer eine Fehlermeldung kommt und er bisher immer die Dateien manuell verschoben hat.

Als alternative bietet das NAS noch Zugang über FTP an. Das habe ich zwar bisher nicht ausprobiert, verspreche mir davon aber dass es verdammt langsam sein wird.

 

Portscan auf das NAS

Um zu schauen, was für "hidden features" das NAS wohl noch hat, habe ich einen Portscan durchgeführt der etwas ganz interessantes Offenbarte:

chrimbo@calypso:~$nmap -sT 192.168.168.66

Starting Nmap 7.01 ( https://nmap.org ) at 2017-02-18 09:26 CET
Nmap scan report for 192.168.168.66
Host is up (0.073s latency).
Not shown: 989 closed ports
PORT      STATE    SERVICE
9/tcp     filtered discard
21/tcp    open     ftp
80/tcp    open     http
139/tcp   open     netbios-ssn
443/tcp   open     https
445/tcp   open     microsoft-ds
515/tcp   open     printer
873/tcp   open     rsync
3689/tcp  open     rendezvous
8873/tcp  open     dxspider
22939/tcp open     unknown

Nmap done: 1 IP address (1 host up) scanned in 2.37 seconds

 

Da ist ein offener rsync Port. Der wird geöffent sobald man im Kontrollzentrum der Linkstation den Haken bei Festplattenbackup ganz rechts im Bild aktiviert.

buffalo festplattenbackup

 

Zugriff über rsync

Nun also wen nder Port dafür auf ist, dann kann man ja mal schauen was rsync so meldet wenn man es auf das NAS loslässt:

 chrimbo@calypso:~$ rsync 192.168.168.66::
disk1_Bilder       
disk1_Musik 

 

Also stellt der rsync daemon alle Freigaben die den Haken bei Festplattenbackup gesetzt haben bereit.

 

Das heißt man kann dateien über rsync auf das NAS schreiben, lesen und synchronisieren. Das ist ja spitze!

 

Synchronisation

Ich habe zum Test mal einen Ordner mit dem Namen test angelegt und eine Freigabe auf dem NAS mit dem Namen test. Nun kann ich die Daten vom PC zum NAS wie folgt synchronisieren:

chrimbo@calypso:~$ rsync -av --delete test/ 192.168.168.66::disk1_test/

 

 

Aus gegebenen Anlass möchte ich eine Warnung vor dot.tk aussprechen.

Bei dot.tk kann man sich gratis Domains mit der Endung .tk registrieren. Das Angebot scheint verlockend und ich habe es auch wahrgenommen. Man kann die auserwählte Domain für bis zu einem Jahr registrieren. Ab 14 Tage vor Ablauf kann man sie aber, so heißt es, wieder gratis um bis zu einem Jahr verlängern. Das hört sich doch super an!

 

Registrierung und Einrichtung

Ich habe mir, um unseren Hochzeitsgästen die Hochzeitsfotos bereitszustellen eine Webseite extra dafür eingerichtet. Jetzt brauchte ich natürlich noch einen prägnanten Domainnamen, weil ich wollte keine Subdomain von chrimbo.de anlegen. Auf der Suche im Internet bin auch auf dot.tk gestoßen die eben diesen Service kostenlos anbieten.

Ich habe mir also die Domain werner-und-christiane.tk* registriert.

Die Einrichtung war nicht so komfortabel wie ich es gewohnt bin, weil die Nameserver von freenom, also die Gesellschaft die hinter dot.tk steckt, es nicht zulässt bei den A-Records wildcards zu

benutzen, also Platzhalter um alle Subdomänen weiterzuleiten. Aber das ist ja bei einer Domain nur für diesen einen Zweck nicht sonderlich tragisch.

 

Erste Enttäuschung

Schon zwei Wochen später bekam ich eine Mail, dass meine Domain demnächst auslaufen würde. Ich habe mich also in das Domain Control Panel eingeloggt und offensichtlich war die Domain doch nur für 4 Wochen registriert. Ich konnte sie aber problemlos um ein Jahr verlängern. Disen Vorfall tat ich damit ab, dass ich mich bei der Registrierung wohl verklickt hatte.

 

Viren und mehr

Nach den Flitterwochen dann der große Schreck. Beim Zugriff auf unsere Domain wurde man auf eine Seite weitergeleitet auf der Erstmal irgendwelche Apps installiert werden sollen (Handy) oder Virenscanner (PC). Der vorhandene Scanner schlug aber sofort Alarm, dass die Seite versucht etwas zu installieren das bösartig ist.

Ich suchte den Fehler zuerst in der Konfiguration des Webservers. Ich dachte irgendwer wird das Passwort geknackt haben und eine Weiterleitung eingerichtet haben, aber dem war nicht so. Alles sah ganz normal aus.

Ein Ping an die Domain zeigte mir dann schließlich, dass die Domain gar nicht mehr auf den eingerichteten Server zeigt. Ich loggte mich in das Domain Control Panel ein um zu gucken ob ich vielleicht doch wieder nur 4 Wochen als Verlängerungszeitraum eingegeben hatte, aber die Domain tauchte gar nicht mehr auf. Also öffnete ich ein Ticket an den Support, welches Tagen unbeantwortet bleibt. Also versuchte ich die Domain erneut zu registrieren, weil ich dachte, wenn sie nicht bei mir im Control Panel ist, dann ist sie wohl wieder freigegeben.

 

Und tatsächlich, keiner hatte zwischenzeitlich werner-und-christiane.tk* registriert, was ja auch sehr unwahrscheinlich ist.

 

Ich konnte die Domain also erneut registrieren. Wurde aber von diesem netten Bild begrüßt:

sonderdomain

 

Wie bitte? Eine Sonderdomäne? Und die Erklärung ist ja auch sehr plausibel, dass Sonderdomänen üblicherweise welce mit wenig Zeichen sind.

werner-und-christiane sind ja auch allerhöchstens 3 vielleicht 4 Zeichen... Eventuell ja auf Chinesisch.

 

Die Abzocke

Ich unterstelle freenom jetzt einfach mal böse Absichten. Die haben mitbekommen, dass die Domain recht viel Traffic generiert. Durch die ganzen Bilder waren es mehr als

10GB in den ersten Wochen. Also wurde sie entfernt und als "Sonderdomäne" abgestempelt. Eine Webseite die viel Traffic generiert hat meist auch viele Besucher und je mehr Besucher eine Webseite hat, desto schwieriger wird es, diese auf eine andere Domäne zu bekommen. Menschen sind schließlich Gewohnheitstiere.

 

Butter bei die Fische - Was kostet der Spaß?

Die ultra kurze Sonderdomäne kostet 8,22€ pro Jahr. Bei dem Preis dachte ich mir erst, dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und es als Lehrgeld verbuchen. Doch im Laufe des Bestellvorgangs kommen noch  21% Niederländische Steuer und, sofern man mit paypal bezahlen möchte, noch 4% Gebühren drauf. Sodass sich der Domainpreis auf 10,34€ pro Jahr läppert. Das ist eigentlich auch noch verschmerzbar, aber wer garantiert mir bei diesem Verhalten seitens Freenom, dass die Domain in vier Wochen nicht doch noch wertvoller wird und ich nochmal nachlöhnen darf? Ich habe mich dann nach Absprache mit meiner Frau dazu entschieden, dass wir uns die Domain werner-und-christiane.de* registrieren. Zwar mussten wir so unseren Hochzeitsgästen nochmal die neue Domain mitteilen, aber das ließ sich ja ganz einfach mit einer Telefonkette erledigen, es ist ja nur die Endung anders.

Bei der .de Domain von einem bekannten Namhaften Anbieter kann ich mir wenigstens sicher sein, dass sie nächste Woche nicht wertvoller geworden ist und ich plötzlich das doppele Zahlen muss. Zum vergleich, die .de Domain hat keine 6€ gekostet für ein Jahr.

 

Fazit

Nicht alles was als Gratis angeboten wird ist auch kostenlos. Ich empfehle daher ganz klar Finger weg von dot.tk und freenom.

 

*Namen durch Redaktoin verändert
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